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Online-Marketing und Info-Zapping — ein Duo der besonderen Art

Online-Marketing heißt im Kern: Mit den Möglichkeiten des Online-Mediums möglichst spürbar die Vorzüge des eigenen Angebots bei der eigenen Zielgruppe zu verbreiten.

Dabei geht es beim nicht rein werblichen Marketing vor allem auch darum, die eigenen Kompetenzen unter Beweis zu stellen. Ein gern genutztes Beweismittel sind dabei Informationen, Tipps und sachkundige Äußerungen der verschiedensten Art. Denn im Internet sind Informationen Trumpf und einer der Hauptgründe für die Internetnutzung. So erleben wir in Newslettern und Mailinglisten, in Foren und auf Websites, wie uns Informationen der verschiedensten Art entgegenrufen: Sieh mich an, ich bringe dir Vorteile.

Die Informationsmenge nimmt zu, doch der Überblick lässt nach. Der hungrige Nutzer — ständig auf der Suche nach seinem Informationsvorsprung — gerät in einen Hinterhalt. Der vorgeblich mündige Nutzer wird zum rastlosen Info-Zapper. Noch eben bei jener Plattform vorbeischauen und diverse abonnierte Newsletter überfliegen — vielleicht ist doch noch was dabei für ihn? Und die Mailingliste — einfach links liegen lassen, obwohl doch gerade in der aktuellen Ausgabe wichtige Informationen lauern könnten?

Wie beim weit verbreiteten TV-Zappen bleibt am Ende oft ein schales Gefühl zurück. Viel Zeit verbracht, doch wenig Ausbeute gemacht. Vor allem hinterlassen die vielen Einzel-Infos oft ein Gefühl der Konfusion, denn interaktiv aufbereitete Informationen laden auch zum Weiter-Informieren ein. Folgen wir dem ein oder anderen Link, so befinden wir uns häufig in Zusammenhängen, die mit dem eigentlichen Anlass unserer Informationsaufnahme wenig zu tun haben.

Der subjektive Informationsbedarf


Subjektiver und objektiver Informationsbedarf

Subjektiver  und objektiver Informationsbedarf

Was ist zu tun? Eine Grunderkenntnis hilft uns, den eigenen Informationsbedarf auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, denn: Je mehr Informaionen insgesamt im Angebot sind, desto höher schätzen wir den subjektiven Informationsbedarf ein. 

Der objektive Informationsbedarf

Ein erster Schritt in Richtung Informationsberuhigung kann darin bestehen, sich den eigenen objektiven Informationsbedarf klar zu machen.

Welche Quellen tragen tatsächlich dazu bei, dass die eigenen Aufgaben besser erfüllt werden können? Welche Informationen betreffen im Kern wirklich das eigene Gebiet? Welches sind echte Muss- oder Soll-Informationen?

Eine weitere Kategorie betrifft das "Nice-to-have": Es sind die Informationen, die sein dürfen, weil sie stimulierend sind, einfach Spaß machen oder durch ihr kreatives Potenzial ein wichtiges Korrektiv für das Pflichtrepertoire sind.

Ein echtes Durchforsten des eigenen Informationsprofils wird dazu führen, dass einige angestammte Plätze frei werden und damit auch Raum entsteht für die Aufnahme neuer "Informationskandidaten". Diese haben nun die Chance sich neu zu bewähren, bis auch sie beim nächsten Check möglicherweise besseren Kandidaten weichen müssen.


12.01.2004

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